Recycling-Symbole 101: Teil 4
Auf Verpackungen und Produkten, auf Abfallkalendern und an Sammelstellen: Die bekannten und weniger bekannten Recycling-Symbole und Piktogramme hat vermutlich jede:r bereits gesehen. Die Symbole sind wichtiger als du denkst! Wir erklären in unserer Reihe Recycling-Symbole 101 die unterschiedlichen Piktogramme und was sie bedeuten.
Was ist ein Recycling-Symbol / Piktogramm überhaupt?
Hast du schon mal auf einer Verpackung ein Dreieck mit Pfeilen gesehen? Oder eine kleine Figur, die etwas in einen Kübel wirft? Das sind sogenannte Recycling-Piktogramme – kleine Symbole, die uns zeigen, wie ein Produkt oder eine Verpackung richtig entsorgt werden sollte. Sie helfen dabei, Abfälle korrekt zu trennen, damit möglichst viele wertvolle Rohstoffe im Kreislauf bleiben können. Manche Symbole zeigen das Material an, andere erklären, wer für das Recycling bezahlt oder was nicht hinein gehört. Kurz gesagt: Sie sind der Spickzettel für den Recycling-Alltag.
Das Symbol zeigt eine Pfanne und eine Schraube, sowie in gewissen Varianten ein Velo – und meint damit alle metallischen Gegenstände aus dem Haushalt, die nicht aus Aluminium oder Weissblech sind. Dazu gehören zum Beispiel Kochtöpfe, Bratpfannen, Besteck, Werkzeug oder Metallbügel. Diese Fraktion wird als «Haushaltsmetall» oder «Kleinmetall» bezeichnet.
Gesammelt wird Haushaltsmetall an vielen öffentlichen Sammelstellen und Recyclinghöfen (z.B. auchbei uns im Recy-Hof). Die unterschiedlichen Metalle werden getrennt, zerkleinert und dann eingeschmolzen und zu neuem Stahl oder Kupfer verarbeitet – Metalle sind theoretisch unendlich oft recycelbar, ohne Qualitätsverlust. Metalle haben einen Wert. Darum kann die Sammlung durch den Erlös aus dem Verkauf finanziert werden und die Abgabe an Sammelstellen ist grösstenteils kostenlos.
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Nicht in die Haushaltsmetallsammlung gehören: Elektrogeräte, Gasflaschen oder Spraydosen. Diese werden separat gesammelt und entsorgt. Gerade Gasflaschen können ein immenses Sicherheitsrisiko darstellen.
Das Symbol zeigt zwei unterschiedliche Korken, vermutlich einer Wein- und einer Champagnerflasche – und steht für Naturkork aus Flaschenverschlüssen. Kork ist ein nachwachsender Rohstoff: Er wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, ohne den Baum zu fällen. Dieser wächst weiter, nachdem die Rinde entfernt wurde.
Gesammelter Kork wird granuliert und zum Beispiel für Dämmmaterialien, Bodenbeläge oder Sportgeräte wiederverwendet. In der Schweiz organisieren verschiedene Sammelstellen und Detailhändler die Rücknahme. Aktuell ist die Menge an Kork grösser, als die Kapazitäten zur Verarbeitung und die Nachfrage. Das System ist zudem nicht finanziert, aber oft an Sammelstellen dennoch kostenlos angeboten.
Wichtig: Nur Naturkork gehört in die Korksammlung. Kunststoffkorken und Schraubverschlüsse bestehen aus anderen Materialien und müssen separat entsorgt werden.
Das Symbol zeigt ein Stück Holz. Es steht für unbehandelte Holzabfälle wie Bretter, Paletten, Möbelteile oder Schnittholz.
Unbehandeltes Holz kann thermisch verwertet (verbrannt) oder kompostiert werden. Sortenreines, sauberes Holz wird hauptsächlich als Rohstoff für die Spanplattenherstellung verwendet.
Nicht in die Holzsammlung gehören: imprägniertes Holz sowie Verbundmaterialien (z.B. Holz mit Metall oder Kunststoff). Diese enthalten Schadstoffe und müssen als Sondermüll oder Kehricht entsorgt werden. Viele Sammelstellen nehmen Holz gegen eine geringe Gebühr entgegen.
Das Symbol zeigt einen Autoreifen. Altreifen sind als sog. anderer kontrollpflichtiger Abfall eingestuft und dürfen nicht in den Kehricht oder in die Natur entsorgt werden.
In der Schweiz sind Reifenhändler und Garagenbetriebe gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet. Beim Kauf neuer Reifen werden die alten Pneus in der Regel kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr zurückgenommen. Freiwillige Rücknahme an Sammelstellen ist jedoch immer kostenpflichtig.
Recycelte Reifen werden unter anderem zu Gummigranulat für Spielplatzbeläge, Sportböden oder Lärmschutzwände verarbeitet. Ein kleiner Teil wird auch thermisch verwertet, hauptsächlich in der Zementindustrie als sog. Ersatzbrennstoff. Dort ersetzen Reifen eins zu eins fossile Brennstoffe.
Das Symbol zeigt einen Tierschädel. Es steht für verstorbene Haus- und Nutztiere - Kadaver.
Für Privatpersonen gilt: Haustiere wie Hunde oder Katzen dürfen im eigenen Garten begraben werden, sofern gewisse Bedingungen eingehalten werden (Tiefe, Abstand zu Gewässern, keine Seuchentiere). Für grössere Tiere oder bei Unsicherheit ist die Gemeinde die erste Anlaufstelle. Jede Gemeinde hat aber auch eine Kadaversammelstelle oder betreibt mit anderen Gemeinden im Zweckverband eine Sammelstelle für Kadaver.
Nutztiere (z.B. Kühe, Schweine) müssen zwingend über die Kadaverentsorgung angemeldet und abgeholt werden. Die Umsetzung der Sammlung und Verwertung wurde den Gemeinden delegiert. Wildtiere auf öffentlichen Strassen und Plätzen werden über die Gemeinde oder den Jagdaufseher gemeldet.
Tierkadaver sind kein Recyclinggut im klassischen Sinne – sie werden in spezialisierten Anlagen hygienisch entsorgt oder zu Biogas, Tierfett und Tiermehl verarbeitet.